Neue Angebote braucht das Land… oder nicht… oder doch??!!

 

 

 

Im Laufe der letzten Monate fühlt sich durch die ständigen Anpassungen an die Corona-Maßnahmen die Selbstständigkeit ziemlich zermürbend an. Wer mir auf Facebook folgt, dem wird aufgefallen sein, dass ich dort immer wieder Videos und Posts teile von Menschen, die gerade genau wie ich in der Klemme stecken; von Selbstständigen, die ihr Business aufgeben mussten oder müssen; die verzweifelt sind, weil Hilfen nicht ankommen oder nicht beantragbar sind; von Menschen, die nicht wissen, von welchem Geld sie ihre Miete, ihre Versicherungen oder ganz simpel Lebensmittel bezahlen sollen.

Auch wenn es bei mir noch nicht ganz so extrem ist; macht auch mich das Ganze mürbe. Mein “Glück” bei der momentanen Geschichte ist wahrscheinlich, dass meine Kids im Homeschooling viel Zeit erfordern und man so wenigstens nicht den ganzen Tag am Grübeln ist. Was mir sicher auch zu Gute kommt ist, dass ich generell kein Mensch bin, der viel ausgeht oder sich häufig mit Freunden trifft. Ich bin es gewissermaßen gewohnt, mich auch ohne Bespaßungsprogramm von außen gut zu beschäftigen. Also werden fleißig Fachbücher gelesen und Hintergrundarbeiten erledigt.

Und doch ist da diese Stimme, die mir sagt, ich müsste mehr machen, irgendwas neues vorbereiten, neue Angebote kreieren bzw. das bestehende Angebot erweitern. Und tatsächlich gibt es da viele Ideen, die ich teilweise auch schon länger habe. Zum Beispiel würde ich gerne mal wieder einen Anti-Giftköder-Kurs anbieten; auch eine KrimiTour würde ich gerne mal mit meinen Kunden ausprobieren. Ich habe schon vor längerer Zeit angefangen, ein spezielles Angebot für Neu-Hundehalter zusammenzuspinnen und auch ein Video-Kurs zum Thema Indoor-Beschäftigung habe ich auf dem Zettel.

Aber jedes Mal, wenn ich mich an diese Dinge setze, kommen mir Bedenken, ob es wirklich die richtige Zeit dafür ist. Im Moment steht noch völlig in den Sternen, wann wieder Gruppenangebote im Hundetraining möglich sind und schlussendlich muss ich für diese auch Zeit haben. In der Regel geht das nur an Tagen, an denen die Betreuung für die Betreuungshunde organisiert ist; das ist Stand jetzt aber lediglich sonntags der Fall. Zwar hab ich noch Mini-Jobber in der Hinterhand, die wahrscheinlich mit den Hufen scharren, um endlich mal wieder arbeiten und Geld verdienen zu können; allerdings lohnt sich das aus wirtschaftlicher Sicht derzeit nicht; weswegen ich erstmal auch bei der Möglichkeit Gruppenangebote zu machen, beim Sonntag bleiben muss.

Allerdings hat auch der Sonntag nur eine begrenzte Zahl an Stunden und auch meine geistige Kapazität ist nicht unendlich, so dass ich hier bei maximal 5 Terminen inkl. der offenen Gruppe einen Schnitt setze, wenn mehrere Ersttermine oder schwierige Kundenprobleme anstehen, auch bei noch weniger. Schließlich möchte ich den Leuten und ihren Hunden helfen und keine Massenabfertigung betreiben. Dafür braucht es Empathie, Wissen und einen Objektiven Blick aufs Geschehen.

Und so beobachte ich, wie bei anderen Hundeschulen teilweise über Nacht Online-Angebote aus dem Boden gestampft werden, zucke mit den Schultern und kraule Pucky die Ohren, während ich die nächsten Fragen zu Mathe, Sachunterricht und Deutsch beantworte. Dabei bin ich mir vollkommen bewusst darüber, dass neue Angebote ggf. mehr Einnahmen bedeuten würden. Andererseits möchte ich neue Angebote nicht halbherzig umsetzen, das Ganze soll schon Hand und Fuß haben.

Eine Ruck-Zuck-Umsetzung neuer Angebote lehne ich also ab. Das bedeutet aber nicht, dass ich nicht dennoch an neuen Angeboten arbeite. Es dauert halt nur länger, bis diese Angebote das Licht der Welt erblicken. Das ein oder andere erblickt auch nie die Welt, weil sich beim Arbeiten daran herausstellt, dass es nicht umsetzbar ist in der ursprünglichen Form bzw. ich bemerke, dass es doch nicht zu mir und meinen Kunden passt. Denn schlussendlich geht es ja darum, dass die Angebote auch zu mir und den Kunden passen müssen; denn wie will ich dem Kunden Spaß an z.B. einer Beschäftigungsform vermitteln, wenn ich selbst daran keinen Spaß habe. Übrigens ein Grund, warum man bei mir keine Vorbereitungskurse für irgendwelche Prüfungen findet und das auch in Zukunft wohl nicht finden wird – ich bin selbst kein Prüfungsmensch – mir ist es wichtiger und macht es mehr Spaß, die Bindung zwischen Halter und Hund im Alltag zu verbessern oder zu stärken. Das bedeutet nicht, dass ich Prüfungen per se blöd finde oder als Zeitverschwendung betrachte – wer daran Spaß hat, dem gönne ich diesen von Herzen – ich hab es nicht, was wiederum nicht am Hund liegt, oder daran, dass ich ihn nicht dahingehend trainieren könnte; aber ich persönlich mag einfach keine Prüfungssituationen, mochte ich noch nie und werde ich wohl nie mögen.

Andere Angebote benötigen einfach Zeit und zum Teil auch weitergehende Recherche. Denn – wie gesagt – halbherzige Umsetzung gibt es bei mir nicht. Entweder ich pack so viel wie möglich und nötig in das Angebot oder es wird nicht verkauft.

Das mag ein Mindset-Problem sein, aber gerade in der momentan mental anstrengenden Situation, ist es wichtig, die Reserven gut einzuteilen.

Ihr müsst euch also noch ein wenig gedulden, wenn es um neue Angebote, insbesondere für Gruppen geht. Dafür könnt ihr gleichsam sicher sein, dass ich mich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung ganz euch und eurem wedelndem Problem widme.

Und irgendwann wird dann auch die Zeit für die neuen Angebote gekommen sein. Wenn alles ausgereift, ausreichend strukturiert und für euch verständlich aufbereitet ist.

 

 

 

 

Geschrieben von: Tierservice Fehmarn

12. Februar 2021

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